RIP Twitter

Das Ende von Twitter: Was heißt das für mein Marketing?

Social-Media Managerin Sabine
Sabine Weiss
23. August 2023
Startbild des Blogbeitrags mit dem Text: Do something great

Wer Twitter täglich nutzt, dem ist sicherlich schon aufgefallen, dass der blaue Vogel als Logo abgeschafft wurde.

Aus den Tweets werden X’s, und auch Twitter.com soll im Laufe der Zeit zu X.com werden. Wer sich jetzt schon auf X.com verläuft, bekommt eine Weiterleitung zu der Twitter-Webseite. Doch der ikonische blaue Vogel und auch die Corporate Design Farben sind mittlerweile bei jedem bekannt und super einfach zu identifizieren. Mit dem Kauf von Twitter durch Elon Musk muss der Vogel jetzt allerdings dran glauben:

Denn Musk möchte das Logo zu einem X umbauen, ganz im Stile seiner Webseite X.com.

»Was macht Elon Musk denn so speziell, das jeder ihn jetzt kennt?«

Elon MusK
Eine weibliche Hand führt eine Maus am Computer

Bekannt wurde Elon durch X.com, der ursprünglich der Vorreiter zu PayPal war. Mittlerweile ist er auch Leiter von SpaceX, ein Raumfahrtunternehmen, und von Tesla, ein Hersteller von Elektroautos. Außerdem ist er in führenden Positionen von 11 weiteren Unternehmen beteiligt und hat letztendlich im Oktober 2022 den Twitter-Deal gemacht und Twitter für 44 Milliarden US-Dollar gekauft.

In 2022 war Elon Musk für eine Zeit lang der reichste Mann der Welt, bis Tesla Wertverluste bekam und der Deal von Twitter stattfand. Daraufhin verlor Elon den ersten Platz an Bernard Arnault.

Doch wer Twitter täglich nutzt, der kennt Herrn Musk wahrscheinlich durch seinen Twitter-Kauf, welcher nicht ganz ohne Drama stattgefunden hat.

Anfang April 2022 hatte Elon Musk schon einen Anteil von 9,2% im Twitter-Unternehmen. Doch Mitte April hat Elon beschlossen, Twitter vollständig übernehmen zu wollen und am 25. April kamen Meldungen, dass eine Übernahme von rund 44 Milliarden Dollar stattfinden soll. Diese Übernahme sollte bis Ende 2022 abgeschlossen werden. Allerdings gab es da die Voraussetzung, dass genügend Aktionäre ihre Aktien-Anteile an Herrn Musk übergeben.

Musk wollte Twitter zu einer „globalen Plattform für Redefreiheit“ machen. Er hatte Twitter schon in den vergangenen Jahren häufiger die Zensur vorgeworfen.

Das Thema kam häufig im Zusammenhang mit COVID-19 zu Stande. Musk wollte Donald Trump, welcher zuvor von Twitter gebannt wurde, wieder auf die Plattform zurückbringen.

Im Juli 2022 wollte Musk allerdings den Kauf von Twitter abbrechen, da er angeblich nicht genügend Angaben zu Spam- und Fake-Accounts auf Twitter bekommen hatte. Twitter wollte dagegen rechtlich gegen den Kaufabbruch vorgehen und Musk kaufte letztendlich die Plattform für die versprochenen 44 Milliarden US-Dollar.

In seiner ersten Amtshandlung entließ Musk alle hochrangigen Manager sowie rund 50 % der Mitarbeiter von Twitter. Dabei behauptete er, dass Twitter dennoch einwandfrei funktionieren könne.

»Von twttr zu Twitter Inc.«

Twitter Mitarbeiter von den epunks sitzt vor dem Computer und schaut in den Code-Editor

Aber genug zu Elon Musk, schauen wir doch einfach mal in die Geschichte von Twitter rein. Twitter gibt es seit 2006 unter dem Namen „twttr“ und hatte damals ein grünes Markenzeichen. Der erste „Tweet“ wurde am 21. März 2006 verschickt: „just setting up my twttr.“ Dieser Tweet stammte von Jack Dorsey, einem der Mitgründer von Twitter. 2007 wurde „Twitter Inc.“ offiziell von der Muttergesellschaft Obvious ausgegliedert und als eigenes Unternehmen gegründet.

Twitter wuchs schnell an Popularität und hatte schon im Jahr 2010 rund 100 Millionen neue Nutzer. Im Jahr 2015 waren es schon 304 Millionen Nutzer und mittlerweile ist Twitter eins der meistgenutzten Social Media Plattformen.

Der blaue Vogel, welcher liebevoll „Lary the Bird“ genannt wird, wurde in 2012 verändert und blieb seitdem einfarbig und ist auch bis heute noch das Logo von Twitter. (Stand: 24.07.2023)

Was Twitter ausmachte, waren die kurzen Status-Updates, welche 140 Zeichen lang waren, und durch Fotos oder Videos noch gekürzt wurden. Im Jahr 2016 jedoch lockerte Twitter diese Zeichenlänge auf 280 Zeichen, die bis zur Übergabe von Elon Musk dann so blieb.

2019 bekam die Desktop-Anwendung von Twitter noch ein kosmetisches Update und wurde von der veralteten Version auf „Twitter Lite“ umgewandelt.

Viele Features, die Twitter so beliebt gemacht haben, wurden nach der Übernahme von Elon Musk verändert, hinter einem Abonnenten-Service versteckt oder schlichtweg entfernt.

»Was Musk aus Twitter macht…«

Und nu?
Eine weibliche Hand führt eine Maus am Computer

Nach der Übernahme durch Musk wurden etwa die Hälfte der Mitarbeiter entlassen, und Twitter sah sich mit zahlreichen technischen Problemen konfrontiert. Viele finanzstarke Werbekunden von Twitter verließen daraufhin die Plattform. Trotz der Ankündigung von Musk, Twitter zu einer Plattform von Redefreiheit zu machen, wurden viele Accounts, die Kritik an ihm ausübten, von ihm zensiert und gelöscht. Nachdem Musk viel Kritik dafür bekommen hat, wurden diese Accounts wieder hergestellt.

Zum 1. Juli 2023 wurde eine temporäre Begrenzung für das tägliche Lesen von Tweets eingeführt: Abonnenten von Twitter Blue durften 6000 Tweets am Tag konsumieren, normale Nutzer konnten nur 600 Tweets am Tag lesen und Neu-Nutzer waren auf 200 Tweets am Tag begrenzt.

Diese Begrenzung wurde zur Bekämpfung von Daten-Scraping eingeführt, doch schon nach 2 Tagen wurde die Begrenzung aufgehoben, da Twitter extremes Backlash erlebt hat.

Am 22. Juli 2023 hat Twitter ein DM-Limit für un-verifizierte User eingeführt. Nutzer, die nicht mit Twitter Blue abonniert sind, können nun nur noch 500 DMs an einem Tag verschicken. Für jemanden, der seine Geschäfts-Partner hauptsächlich auf Twitter sucht, gibt es so gesehen also keine andere Möglichkeit mehr, als Twitter Blue zu abonnieren.

2 Tage später wurde am 24. Juli 2023 bekannt gegeben, dass die Webseite Twitter.com zu Musks Datenbank X.com gehören soll.

Lary the Bird wird abgeschafft und ein Logo mit dem X-Symbol wird stattdessen das neue Symbol von Twitter.

Auch die ikonische blaue Farbe soll ins Corporate Design von X.com umgewandelt werden soll.

»Was bedeutet das für mein Twitter Marketing?«

Nach dem großen Haufen an Informationen rund um Twitter kommen wir nun zum Kern-Thema:
Wie ändert sich dadurch das Marketing auf Twitter? – Lohnt es sich noch?

Twitter hat 2 Arten von Twitter Blue Subscriptions. Man kann sich für knapp 10€ pro Monat als Person verifizieren lassen, oder man kann sich als Organisation verifizieren lassen, darunter fallen auch Unternehmen.

Diese Option geht aber massiv ins Geld, vor Allem für kleinere Unternehmen: Der blaue Haken auf Twitter kostet Unternehmen 950€ pro Monat, inklusive Steuern, und 50€ extra für jeden Nutzernamen, den man zum Unternehmen hinzufügen möchte.

Eine Verifikation macht Sinn, um Identitätsbetrug zu vermeiden, Kunden-Support auf Twitter einzuführen, Profile anzupassen und mehrere Admins einzustellen, welche das Profil dann managen können.

Eine Marketing-Strategie ohne Twitter Blue ist heutzutage kaum wegzudenken.

Der Algorithmus von Twitter macht es fast unmöglich, ohne Verifizierung auf den Timelines der Nutzer aufzutauchen. Verifizierte Nutzer werden unter Tweet-Replies hochgepusht, werden öfter auf den Timelines angezeigt und haben auch keine Limits wie Zeichenlänge, Direct Messages oder Video-Qualität.

Marketing
Eine weibliche Hand führt eine Maus am Computer

Mit knapp 7000 Twitter Followern befinde ich mich sicherlich auf einem guten Weg, auch ohne Twitter Blue klarzukommen und fühle mich deshalb mehr als in der Lage, euch ein bisschen das Twittern beizubringen.

How t0 tWeEt

»How to Tweet: Ohne Twitter Blue klarkommen«

Humor!

»Twitter ist hauptsächlich ein Gen Z Tool, und viele User sind höchst wahrscheinlich jünger als der 0815 Marketing-Manager. Da zählt es, das Beste aus euren Memes rauszuholen und Photoshop ein bisschen näher kennenzulernen. Wenn man keine guten Witze auf die Reihe bekommt: Katzen funktionieren immer.

Trends!

»Twitter bietet dir ein ziemlich gutes und einfaches Tool, um zu sehen, was an dem Tag gerade trendet. Super für Firmen, die tägliche Tweets raushauen wollen. Denn jeder Tweet, der eins der Trends aufgreift, ist im Trend-Tab zu sehen, wenn ein Nutzer darauf zugreift.

Keine Hashtags!

»Gen Z merkt sofort, wenn man nur auf Marketing aus will. Und obwohl Twitter dir die Möglichkeit gibt, Hashtags zu setzen, hab ich aus Erfahrung gesehen, dass diese meistens einfach nicht ziehen. Twitter zeigt deine Tweets im Trend-Tab auch an, wenn du das Twitter-Trendwort nicht als Hashtag einbeziehst.

Keine Links!

»Twitter hat eine Blacklist, und da sind Links ganz oben mit drauf. Natürlich ist der Algorithmus kein Fan davon, unbezahlte Werbung zu machen, und sorgt dafür, dass Tweets mit Links drin einfach nicht auf den Timelines der Nutzer angezeigt wird. Twitter arbeitet an einer In-App Optimierung und bis dahin würde ich maximal den eigenen Webseiten-Link im Profil stehen lassen.

Personality!

»Wer sieht, welche Firmen auf Twitter gerade super erfolgreich sind, stellt sofort fest: Die Firmen Accounts lassen alles Professionelle weg und fokussieren sich darauf, die echten Persönlichkeiten hinter den Accounts hervorzuheben. Es gibt den Wendy’s Account, welcher öfter mal spielvoll Streit mit anderen Twitter-Firmen anfängt. Oder auch Opera GX, die das Twitter Marketing auf eine ganz andere, provokante Stufe setzen.

Take it easy!

»Twitter hat viele Möglichkeiten, mit denen man im Twitter-Space wachsen kann. Wer aber LinkedIn Marketing auf Twitter versucht, hat das Twitter-System allerdings nicht ganz so verstanden. Man sollte sich auf der Plattform weniger Ernst nehmen und das Marketing-Konzept dort mit mehr „Charakter“ angehen.

Wer trotz meiner coolen Liste dennoch Hilfe braucht, um seinen Twitter Account auf die Beine zu bringen, kann sich gerne mal bei mir melden! Egal ob Tweet-Ideen, Hilfe beim Set-Up von einem Twitter Account oder generell Info-Sammeln: Wir helfen euch gern!

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